Unternehmensnachfolge: wer bekommt mein Unternehmen – wann und wie?
Irgendwann stellt sich die Frage nach der Unternehmensnachfolge. Sie ist für Inhaber und Familie meist schwer zu beantworten, und auch der Erwerber hat einiges zu bedenken. Deshalb ist „irgendwann“ zu spät.
Warum „irgendwann“ zu spät ist
Die Erfahrung zeigt: Für den Prozess der Unternehmensübergabe sollten mindestens fünf Jahre eingeplant werden. So bleibt genug Zeit, um sich umfassend zu informieren, Konzepte zu entwickeln, Alternativen zu überdenken, Entscheidungen vorzubereiten oder gegebenenfalls zu revidieren und rechtssicher umzusetzen.
Das Ganze im Blick: verschenken, vererben, verkaufen
Es gibt verschiedene Wege, ein Unternehmen in neue Hände zu übergeben, wenn eine Betriebsfortführung gewollt ist. Ein Patentrezept gibt es wegen der individuellen Unternehmensverhältnisse aber nicht. Kompetente Beratung ist deshalb die Grundlage jeder erfolgreichen Nachfolge – idealerweise durch Wirtschaftsprüfer, die Betriebswirtschaft, Rechnungslegung sowie Steuer- und Wirtschaftsrecht gleichermaßen beherrschen und die Wechselwirkungen im Blick behalten.
Geschenkt ist nicht zu teuer: die Übergabe zu Lebzeiten
Ein typischer Fall ist die Übertragung im Wege der Schenkung zu Lebzeiten an die nächste Generation. Dabei sind nicht nur zivilrechtliche Formvorschriften zu beachten, sondern vor allem ertrag- und schenkungsteuerrechtliche Regelungen. Das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz sieht hier besondere Vergünstigungen für Unternehmensvermögen vor.
Der Vorteil: Der Inhaber kann den Übergang und die Einarbeitung des Nachfolgers selbst begleiten und zugleich seine Altersvorsorge mitgestalten. Alternativ lässt sich der Übergang über eine testamentarische Regelung für den Erbfall vorsehen. Die Vor- und Nachteile von Schenkung und Erbfallregelung sollten sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Den eigenen Wert kennen: die Unternehmensbewertung
Soll das Unternehmen verkauft werden, ist eine solide Analyse des Unternehmens und seines Ertragspotenzials die Voraussetzung. Der Wert ist zu ermitteln, um sich mit dem Käufer auf einen sachgerechten Preis zu einigen. Muss der Kauf fremdfinanziert werden, bildet ein solches Wertgutachten eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Banken und Sparkassen. Da der Wirtschaftsprüfer das Unternehmen meist bereits aus der Rechnungslegung kennt und zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, entsteht ein belastbares Vertrauensverhältnis.
Alle Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt, jedoch ohne Gewähr. Sie ersetzen keine individuelle Beratung im Einzelfall – sprechen Sie uns gerne an.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit sollte ich für eine Unternehmensnachfolge einplanen?
Mindestens fünf Jahre. So bleibt genug Zeit, um sich zu informieren, Konzepte zu entwickeln, Alternativen abzuwägen und alles rechtssicher umzusetzen.
Welche Wege der Unternehmensübergabe gibt es?
Drei: verschenken, vererben oder verkaufen. Welcher Weg passt, hängt von den individuellen Unternehmens- und Familienverhältnissen ab – ein Patentrezept gibt es nicht.
Gibt es Steuervorteile bei der Übergabe von Unternehmensvermögen?
Ja. Das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz sieht besondere Vergünstigungen für den Übergang von Unternehmensvermögen vor, mit denen sich Steuer ganz oder teilweise vermeiden lässt.
Warum ist eine Unternehmensbewertung wichtig?
Beim Verkauf bildet sie die Grundlage für einen sachgerechten Preis – und dient Banken und Sparkassen als Entscheidungsgrundlage, wenn der Kauf finanziert werden muss.
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